internationaler tag gegen polizeigewalt

zwei beiträge von aktiven der rsl fanszene.

181 People of Color und von Rassismus betroffene Menschen starben seit 1990 in deutschem Gewahrsam. Letztes (bekanntes) Opfer der deutschen Exekutive wurde der 19 jährige Qosay S., der am 06.03.2021, einen Tag nach seiner gewaltsamen Festnahme durch die Polizei Delmenhorst auf deren Wache verstarb. Allein im Jahr 2020 wurden 12 Todesfälle in deutschem Polizeigewahrsam verzeichnet. Jeden Monat ein Todesfall – diese Sterberate ergibt sich daraus. Es ist erschreckend, dass nicht einmal die extremste Form der Polizeigewalt, der Mord an Verdächtigen oder in Gewahrsam Genommenen, justizielle und/oder berufliche Konsequenzen für die TäterInnen hat.
Polizeigewalt ist auch für uns als Fußballfans kein Fremdwort, wenngleich wir davon natürlich bei weitem weniger stark betroffen sind als die zahlreichen Todesopfer und deren Angehörige. Nichtsdestotrotz werden auch wir regelmäßig ZeugInnen und Opfer ungerechtfertigter und unverhältnismäßiger Polizeigewalt. Es können Schikanen wie anlasslose Polizeikessel samt „stichprobenartiger“ Personalienkontrollen und dummen Sprüchen sein, sodass man die ersten Minuten des Fußballspiels verpasst (wie jüngst in Meuselwitz als wir unsere FreundInnen von TeBe besuchten), es können aber auch Knüppelschläge sein wie 2010 beim SV Mügeln, als ein Heimfan einen Hitlergruß zeigte und die Polizei daraufhin kurzerhand unseren Block stürmte und um sich schlug. Letztlich wurde dieses Spiel übrigens wegen homophoben und antisemitischen Gesängen (u.a. des „U-Bahn Lieds“) von Seiten der Heimfans durch den Schiedsrichter abgebrochen. [***** *******]

ein kleiner beitrag zum ‚internationalen tag gegen polizeigewalt‘. als rsl fan, habe ich einige sachen sehen, erleben und auch fühlen müssen. eine der ekligsten situation spielte sich am 24.04.2010 beim sv mügeln ab. selten waren zu einem rsl auswärtsspiel derart viele faschos anwesend, welche auch gar keinen großen hehl aus ihrer gesinnung machten. zu beginn der zwoten halbzeit stürmte die bullerei den rsl fanblock und knüppelte nur so um sich. das spiel wurde daraufhin für 20 minuten unterbrochen, auch da sich die gewalt bis aufs spielfeld zog. diverse aktive des rsl worden festgenommen und hatten im anschluss strafverfahren, mit zum teil empfindlichen strafzahlungen an der backe. die polizei selbst begründete ihr damaliges vorgehen im nachgang sinngemäß: ihr hätte eine anzeige eines rsl fans gegen einen menschen aus dem mügeln block, wegen zeigen des hitlergrußes vorgelegen. sie wollte nur die daten vom anzeigenden aufnehmen. wer vor ort war kann den wahrheitsgehalt dieser aussage einschätzen. meiner meinung nach bewegt er sich im minusbereich. einziger lichtblick an diesem hässlichen tag: der schiedsrichter brach das spiel zehn minuten vor ende wegen wiederholtem singen des „u-bahn lieds“ ab („wir bauen eine u-bahn von connewitz nach auschwitz „). die fotos sind von dem tag und zeigen nur einen kleinen ausschnitt vom gewaltausbruch der „staatsgewalt“. [alvy singer]

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