TeBe bei Meuselwitz (02.09.)

Unter der Woche unter Freunden

TeBe frug an, ob Loitz vom RSL Bock haben das Mittwoch-Abend-Game (Anstoß 18:15) im Leipzig nahen Meuselwitz (45 Auto Minuten) zu unterstützen. Am Ende machte sich ein Mob von 30 Sternen nach-, während- oder ohne Arbeit auf den Weg aus dem Leipziger Süden in den ländlichen Süden. Die Vorfreude auf viele Hoppings zu den Regionalliga-Spielen der Lila-Weißen ist bei einigen riesengroß. Immerhin hat es zehn lange Jahre gedauert sich zurück in diese durchaus attraktive Liga zu kämpfen. So dürfte es nicht weiter verwundern, dass manch Stern sich vorgenommen hat, neben allen (öffentlichen) RSL Spielen, auch an der Zahl acht Hinrunden Partien des Berliner Tennis Club zu besuchen. Das jetzt aber zum Mittwoch Spätnachmittag rund 30 Sterne Tebe in „Zipsendorf“ supporten is ne Hausnummer.

Decade of Decay?

Die vergangene Dekade war aus Sicht der „Eichkamp Boys“ nicht immer einfach. Die vier Jahre in der Berlinliga waren von Highlights eher rar gespickt. Ich erinnere mich an ein herrliches Sommergame im wunderschönen und wunderschön gelegenen Katzbach Stadion am Fuße des Stadtteil Namensgebenden Kreuzbergs bei Türkiyemspor. Muss so 2012 gewesen sein. Ein mittlerweile zum RSL übergelaufener Berliner „Merchbetreuer“ stagedivede frischverliebt durch den prall gefüllte „Gästeblock“. Dann war da 2015 das Spitzenspiel der Ex-Bundesligisten gegen Tasmania Berlin vor wahnsinnigen 2.000 Zuschauern (Wir reden hier von der sechsten Liga und von TeBe) dazwischen geile Aktionen wie die Bustour zum Auswärtsspiel bei Rudow 2014, welche zuerst nach Leipzig-Connewitz und zu einem Konzi in der Stö mit u.a. Das Flug führte, dort wurde nach getaner Arbeit eine Ladung Sterne eingesackt und ab nach Berlin. Zwei Testspiele zwischen den Roten Sternen und T.B. (90er Jahre Schreibweise, Erinnerungen an den seligen MDR Videotext) gab es auch, jedoch immer „nur“ an der Spree.

Kleinstadt mit Krokodilkopf

Nun also Meuselwitz, die Stadt mit ihren 9954 Bewohner*innen beheimatet mit dem ZFC einen Club, aus dessen Logo sympathischerweise ein Krokodilkopf beißt, hält sich gegen alle Widerstände unserer Kapitalistischen Gesellschaft seit 2009 beharrlich in der Regionalliga. Daran sicher nicht ganz unbeteiligt ist ein EDV Hersteller, welcher auch die Rechte am Stadionnamen hält. Damit kommen wir zu einem schönen Thema, Grounds! Die „Arena“ ist eine kleine aber sehr feine Angelegenheit. 5260 Plätze, davon 4.000 Stehplätze, vierseitig ausgebaut, sehr geräumiger Gästeblock, Überdachte Haupttribüne und alles schön eng gebaut. Manko: nix Vegetarisches! Trotzdem Daumen hoch!

Wenn du nicht gleich deine scheiß Fresse hältst

Entgegen dem Klischee von Zecken musste 95% unserer Reisegruppe zum Mittwoch arbeiten. Hieß auch, späte Anreise! Anstoß 18:15 durch Anreisezeit von 45 Minuten gleich Abfahrtszeit 17:15! So weit so gut berechnet. Was fehlte in der Rechenaufgabe? Die deutsche Polizei. Diese fügte weitere Minuten hinzu. Warum? „Das Müssen wir nicht begründen!“. Was war eigentlich passiert? 30 Menschen liefen Richtung Einlass und wurden plötzlich und unvermittelt von ca. 20 Menschen in Polizei Kostümen umzingelt. Diese meinten sie wären die Polizei und würden jetzt eine Maßnahme durchführen. Eine der ersten Sätze: „Das da ist der potentielle Rädelsführer!“ sie zeigten auf einen: „Kommen sie mit!“ auf die Frage nach dem Warum gerade er, kam nur „Selektive Personenkontrolle“. Der „Rädelsführer“ (im echten Leben das komplette Gegenteil) wurde durch zwei nette Herren die Arme umfasst und die noch netteren Worte ins Ohr geflüstert: „Wenn du nicht gleich deine scheiß Fresse hältst, wenden wir Zwang an und nehmen dich mit!„. So ging das weiter, von 30 Leuten durften 6 ohne Kontrolle durch. Was hieß Kontrolle im Detail? Wir dokumentieren hier die Aussagen verschiedener Betroffener: „Sie verdrehten mir die Arme und sagten: „Zeigen sie Courage oder wir brechen Sie!“ „. Ein weiteres nettes Beispiel: „Wir machen hier nur unsere Arbeit, als ob Du weißt was Arbeit ist!?„. „Minutenlang ham die meine Achseln abgetastet, weiß auch nicht was die da finden wollten?“. Bei allen wurde auch die Frage nach der Vereinszugehörigkeit gestellt, nach durchwühlen des Portemonnaies, mit Blick auf eine Dauerkarte, ergab sich u.a. folgende Konversation: Bulle: „Von welchem Verein ist die?“ Zecke: „Von meinem!“ Bulle: „Welcher Verein ist das?!?“ Zecke: „Meiner!!!“ Bulle: „Name!!!!!“ Zecke: „Schwarze Sonne Sömmerda!“ Bulle: „???!!!!???“. Manche von uns machten das beste daraus und spielten eben ein wenig, natürlich immer schön an der Grenze lang… Bulle: „Was machen sie denn hier?“ was soll Mensch darauf antworten? ein junger Punk: „Fußballgucken und sie?!“, Bulle: „Arbeiten!“, Punk: „Sieht aber nicht so aus!“. Weitere Nettigkeiten? Bulle: „Ham sie ansteckende Krankheiten?“, „Ham sie Waffen dabei? Drogen?“ Positiv zu konstatieren ist die Schlagfertigkeit unserer Reisegruppe, aus allen Richtungen schallte es pfeffrige Antworten: Bulle: „Sind sie alle von Roter Stern?“ Unsereins: „Nee wir sind Fußballfans!“. Insgesamt eine mega Panne Aktion dieser etwas speziellen Einheit.

Welchen Hintergrund hatte die Bullenaktion? Vermutlich praktische Schulung von Jungbullen am lebenden Objekt? Auffällig bei allen Personen die abgecheckt worden, es war immer ein „Rentnerbulle“ und ein Babybulle dabei. In einer Situation freute sich ein Jüngling schon dass er Tabletten gefunden hatte und zeigte sie freudig der Graukappe hin, die nur abwinkte… Was ist leider auch festzustellen? Als sogenannter „Ordnungshüter“ kann Mensch einfach mal seine Macht ausnutzen um ein paar Leute, die nicht ins eigene Weltbild passen zu schikanieren. Auffällig waren die dummdreisten Sprüche, die kaum Grenzen kannten. Wird das Leute in Zukunft davon abhalten zu Spielen zu fahren? Abfahrt!

Trommeln für TeBe

Endlich im Inneren des Stadions angekommen, stimmten die ca. 50 Tebe Fans alsbald einen Wechselgesang mit unserem saugefährlichen Wald+Wiesen Mob quer über alle Tribünen an. Die Stimmung war ausgelassen und wurde wahlweise von der älteren Fraktion im typischen Old School Englisch anmutenden Style, aber erfreulicherweise auch durch einige junge mit Trommel (ENDLICH!) ausgestattete, eher Ultraaffine aktive angezettelt. Wenn sich jetzt noch alles sangesfreudigen gleichmäßig um das Schlaginstrument versammeln, wird das Bombe, ich kann es nur wärmstens empfehlen. Auch die anwesenden Sterne ließen es sich nicht nehmen, den ein oder anderen Singsang vom Zaun zu brechen. Auf dem Spielfeld zeigte die Elf eine beherzte Leistung und schoss völlig verdient und massiv umjubelt den Ausgleich. Als die Spieler drauf und dran waren den Siegtreffer zu erzielen, konterte der ZFC sie gnadenlos aus. 2:1 für den Heimverein nach 86 Minuten. Mist! Keine zwei Minuten später glichen die „Zarten“ aber wieder aus und der Gästeblock stand Kopf, bzw. aufm Zaun! Völlig verdient wird hier ein wichtiger Punkt für den Klassenerhalt mitgenommen.

Alvy Singer

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