Sich im Kreuzer um Kopf und Kragen labern – Eine Reaktionsverkettung. Teil I.

Oder:
Sind Suggestivfragen gutes Überschriften-Material? – Wenn Gefühl schwer wiegt!

  Großartig! Wieder ein einschlägiges Exempel, dass zwar gewaltig aber nienimmernicht gewalttätig(!) die Nerven Sensibler begeht, Nachzuweisen, dass Dummheit wenigstens die Güte besitzt, sich selbst als solche zu enttarnen. Bei fast jeder Gelegenheit.

Cover der Januar-Ausgabe vom Kreuzer

  So waren denn zum Kreuzer Interview Menschen geladen, die Broschüren schrieben („the great connewitz swindle) und einen kaum als rötlich erkennbaren „roten Salon“ führen, dem meist vermeintlich als Zielgruppe Adressierte fernbleiben (Selbstauskunft). Sie geben es und bemerken scheinbar das Wohlwollen der Interviewenden anhand der gestellten Fragen nicht, die bereits auf die Falschheit der gemachten Behauptungen hinweisen und gleichsam Gelegenheit bieten, jene doch mindestens zum Teil zurückzunehmen. Mensch müsste sich sagen: „Wenn schon der Kreuzer-Interviewende merkt und mir zu verstehen gibt, dass ich Blödsinn erzähl, dann sollte ich vielleicht nochmal drüber nachdenken, ob es so gescheit ist, die Futterluke aufzutun“. Aber spätestens bei der Durchsicht des fertigen Drucktextes hätte doch sich gebildet dünkenden Menschen auffallen müssen, dass bloße Behauptung, schräges Vergleichen und viel v.a. Gefühltes nicht gutes Argumentationsmaterial ist. Noch weniger gut ist’s, zum eigenen Behaupten an andrer Stelle die Gegenbehauptung aufzustellen. Doch mitNichten, schrägen Tanten und Nazi-Onkeln. – Denn die Scham ist tot. Und Wir haben sie getötet.

Cover von „The Great Connewitz Swindle“

  An diesem Ort werden wir jedes Wort, das schief gesetzt, auseinandernehmen. Es ist uns in Sachen Bearbeitung der veröffentlichten „Argumentations-Qualität“ leicht gemacht worden. Dem Geblubber-Blasenwurf-Umfang nach wollen wir jedoch diesen Text – als Prolog – mal vorschieben, um mehr Spaß an der Sezierung später noch haben zu können. Denn Spaß ist rar gesät, in diesen Zeiten. Gerad für die ebenso raren emanzipatorischen Kräfte.

  Strategie ist, was wie solche wirkt/Wirkung entfaltet – Im CEE IEH #268 herrlich transparent.

  Wo in der Rhetorik seit Tausenden von Jahren sich Sophist*in obsiegen fühlt (im Modus Streit, nicht in der Sache), ist schriftgewordne Wortschwallung verantwortungslos. Sprache als bloßes Werkzeug. Dem das Wahre abgeht – die Kunst ist die Meisterschaft, worin Téchne im Handwerk findet Substitut für den ausbleibenden Erweis eigner Größe, wider die Gegenwärtigung der eignen Hybris. 

Cover vom CEE IEH #268

  Wo Diskussionsgäste und Publikum fern bleiben, da die Einladenden trotz Vorbereitungsvorsprung der Redenden vorm Hörenden nichts hervorbringen, das die Müh lohnt, ernst genommen zu werden, weil nichts ernst zu nehmen ist.

  Wo um des Redens willen, geredet werden soll und wird. Um eines Effektes willen. Dessen Wucht Gradmesser für Erfolg ist, nicht dessen Qualität.  

Wo „Wenigstens hat mensch mal drüber geredet“ einziger Konsens des Auseinandergehens ist. Und Ziel. Durch Salon-Diskutieren die nötige Diskussion lähmend. Fintengespräche. Ausfallgequatsche. Umlenkungslabern.

  Verantwortungslosigkeit vor allem in dem Umgang mit Zeit. Hier wird Destruktivität erzeugt, durch einseitige und unverhältnismäßige Kritik an als solcher lautstark gelabelter Destruktivität. Als Performance könnt mensch darüber herzlich lachen, wie die Ironie unerkannt noch und nöcher vorgeführt wird, während Konstruktivität und Koalitionsfähigkeit gefordert werden. Statt genau hierin die Schwierigkeit der Erreichbarkeit eben jener zu erkennen. Doch zum Lachen ist nicht, was aus dem Modus moderner „Mediendemokratie“ heraus die Folge ist. Auf dass möglichst Wenige auf dies inhaltlose Geblubber hereinfallen, muss von Menschen in Schriftförmlichkeit darauf reagiert, Behauptungen zurückgewiesen und also Hirnschmalz und eben Zeit darauf verschwendet werden, völlig irrelevante „Debatten-Anstöße“ substantiell zurückzuweisen.

  Da wird zurecht ein Mensch mit feineren Ohren, diese verschließen, da Lebenszeit kostbar und in jedem Fall vergnüglicher zu verschwenden ist, als damit, alldem beizuwohnen. Verziehen ist‘s also denen, die hier nicht weiter lesen möchten. Nicht nächste Texte zum Thema, weil sie spätestens mit dem letzten Fischverpackungsmaterial (für nen Kreuzer) erfuhren, dass sie von Bestimmten nichts wissen wollen brauchen. Insoweit schon klar ist, dass bewusste und scharf gezielte Ignoranz dem Sinnesapparat ein balsamisches Pausieren ist, zwischen all dem Wahnsinn in Wort und Tat, da draußen, in der bösen Welt. 

  Doch das Spiel muss gespielt werden.

  Drum spielen wir den Ball halt zurück.

Überschriften reichen! Oder nicht?

  Das Interview im Kreuzer stellt ein Zitat dem folgenden Schwall voran, der, scheint es, zur Subsumption desselben geeignet ist. Es heißt hier: „Gegen wen lehnt man sich eigentlich  noch auf?“ Suggestiv nahe legend a) es gäbe keine*n oder so gut wie keine*n mehr, gegen die/den Auflehnung rechtfertig geschähen könne/dürfe, und mithin b) ohne Ziel jede Auflehnung sinnlos wäre/würde, ergo jede Auflehnung sinnlos sei,  dass dieses c) im „man“ zudem allgemein gelte. Mithin all Auflehnende in all ihren hierfür möglichen Gründen berechtigt als sich unberechtigt Auflehnende zusammengefasst werden könnten, ja müssten. Und natürlich ob dieser Weisheit ein Einsehen darein haben müssten. Doch sich, SINNLOS!, gegen DIE ERKENNTNIS! auflehnten. Die armen Irren.

  Das Interview im CEE IEH ganz ähnlich, hier wird ebenfalls zitierend getitelt: „Die Fettnäpfchen sind uns egal. Nur wenn man die Dinge diskutiert, kommt man zum Kern“. Des Pudels vielleicht? Spaß ist, wenn man trotzdem bellt, und nicht beißt(!), gelle? Das Problem der Scham also. Motto: „Wir sagen, was wir wollen, auch wenn Gesagtes uns als ungeschickt ja unschicklich gespiegelt wird, spiegeln wir unsre Eingeschnapptheit und machen daraus Methode. Das enfant terrible der Diskussion, die GegenGegenStrömenden, die voll Meta-Disku- und Klatschtanten“. Hingenommen wird, dass in Fettnäpfchen getreten werde, darauf bestehend, Fett an Schuhen zu führen, schließlich ist das ja, was Diskutieren heißt, nicht? Es ist, was Honig aus den „Dingen“ saugt, Nektar vom Kern her, aus mächtig dinglichen Dingen, kernigen auch. Irgendwas mit Kommunikation. Prä-, Post- oder eher Epi-, jedenfalls korreliert die kausale Conclusio heftig, worüber wir auch immer nicht reden, während wir so tun, als täten wirs.

Zu Antworten:

Mensch, diese*r, jene*r, manche*r lehnt/e sich auf:

  gegen Lügen, die systemischen und systemtragenden

  gegen Hässlichkeit (im Charakter), dito,

  gegen als Schlecht Erkanntes, wie das System und seine Büttel.

Und wenn nicht lehnt Mensch, diese*r, jene*r, manche*r sich auf,

  gegen solche die dies Auflehnen aufregt.

Und all dies wird es geben, solang Menschen Menschen sind.

Wer das nicht versteht, ist Idiot*in. Träger*in von Dummheit, die auszutreiben ist. Auch durch Auflehnung gegen eben diese. 

Klarzustellen:

Tausendfach Besprochenes immer und immer wieder zu besprechen, macht nur Sinn, konstruktivistisch verstanden, wo ein Erkenntnisgewinn geschürft werden kann. Aus den Schlammen bloßen Geredes, wo dieser nicht hervorblitzt, scheint hingegen die Betonung der Unfortschrittlichkeit des Prozesses durch. Die Konstruktion der Sinnlosigkeit als Sinn. Dada in disguise. Verschüttung bereits gemachter Erkenntnisse, durch Suggestion inhaltlicher Neuheit durch bloß temporäre Gegenwärtigkeit. Worte sind genug in der Welt. Sie zu finden reichen ein paar Buchkäufe plus -lektüre. Sich wichtig zu nehmen, ist eher Indiz dafür, es nicht zu sein. Der Rote Salon ist für nichts wichtig, genau wie meiste Stimmen, genau wie die Stimme der RA!F hier.

  Peinlich ist, wem nichts Peinlich ist. Schmerzlosigkeit ist hier Ausweis für Mangel an Gefühl am Gegenstand. Aussage und Thesis werden hier nicht wirklich/wirksam vertreten. Denn keine Leidenschaft ist, wo eignes Falschliegen kein Leiden schafft.

  Wieder-Wiederholung führt zu nichts Neuem oder Kernigem, nur zu Festigung und manchmal bewusster Tendenz selbiger Festung, meint Verhärtung zur Ideologie. Glaube vor Evidenz. Bloßes Fühlen aus Nichts, Fühlenmachendes zu finden, im Nachtrag es rechtfertig werden zu sehen, zu imaginieren. Nicht irr sich zu werden, zu sein, als irr sich zu erkennen.

Versprochen ist erbrochen, denn ausgekotzt muss werden.

  Tat als Tatsächlichkeit. Das Wirken als wirklich. Beides Wahrhaftig.

  Sprache kann etwas sehr Besonderes sein. Ein der klassischen Definition verpflichtetes Etwas, Dreiklang aus dem Guten, Wahren und Schönen. Doch selten ist‘s, wie kostbar. Die Autor*innen geben nicht vor, dies hiermit oder mit Vorherigem/Folgendem zu schaffen/geschaffen zu haben. Doch ist Wert darauf gelegt, nichts vom Dreiklang swingt im Gelaber des Roten Salons in genannten Verlautbarungen. Wir weisen das die kommenden Tage nach.

  Wo Rede neben Rede steht, weil alle gehört sein soll und doch gleichwert sei, da ist die Polemik nötig, das Verlangen nach Beachtung genügend zu verachten. Verächtlich zu machen. Mit Ungerechtigkeit Recht zu tun. Zu fordern: Roter Salon halt‘s Maul!

Quellen:

Kreuzer. Leipzig. Subjektiv. Selektiv. | Ausgabe 0122 | Seite 24f

https://roter-salon.conne-island.de/the-great-connewitz-swindle/

https://www.conne-island.de/nf/268/8.html

 

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