Gira Zapatista

Erklärung zur Aktion am 20.7. um 18:30 Uhr vor der IHK Leipzig, Sitz des Honorarkonsuls von Mexiko

Die Zapatistas aus Mexiko haben – gemeinsam mit dem Nationalen Indigenen Kongress (CNI) und dem regionalen Widerstandskomitee FDPTA – bereits im vergangenen Jahr angekündigt, alle fünf Kontinente zu bereisen, um sich mit den Menschen zu vernetzen, die dem zerstörerischen kapitalistischen System von unten und links etwas entgegensetzen. Erste Station wird Europa sein, und hier laufen die Vorbereitungen seither auf Hochtouren.

Wir sind für die Ankunft der Delegation bereit, und auch die Delegierten aus Mexiko sind vorbereitet und würden sich gern auf den Weg machen.

ABER: Von den ersten ca. 190 Delegierten haben mehr als 60 noch immer keine Reisepässe bekommen. Sie haben sie allen geltenden Vorschriften entsprechend schon vor Monaten beim mexikanischen Außenministerium SRE beantragt. Das SRE hat auch die entsprechenden Gebühren kassiert, hält aber die Pässe mit fadenscheinigen rassistischen Begründungen zurück und fordert immer neuen Nachweise: Sekundarschulabschlusszeugnisse von Indigenen aus dem Lakandonischen Urwald, Geburtsurkunden von Eltern, Geschwistern, Kenntnis der mexikanischen Nationalhymne usw.

Deshalb haben wir am 30.6. in einer E-Mail das mexikanische Außenministerium aufgefordert, sich an seine eigenen Vorschriften zu halten und die fehlenden Pässe für die zapatistische Delegation auszustellen. Der Brief wurde von mehr als 30 Gruppen und Initiativen in Deutschland unterzeichnet. Eine Antwort haben wir bis heute noch nicht erhalten – und wie in einem Kommuniqué der EZLN vom 16. Juli zu lesen war, sind die Pässe noch immer nicht ausgehändigt worden. Eine Kopie des Briefs haben wir für den Honorarkonsul abgegeben, da wir ihn leider nicht vor Ort angetroffen haben.

Gleichzeitig läuft diese Woche europaweit eine Aktionswoche, um die französische Regierung dazu aufzufordern, der Delegation der Reise für das Leben die in Paris geplante Einreise zu ermöglichen. Die Corona-Einreisebeschränkungen in Frankreich besagen aktuell, dass mexikanische Staatsbürger*innen nur einreisen dürfen, wenn es „gewichtige Gründe“ für ihre Reise gibt. Die Einreise aus touristischen Gründen ist für Menschen aus Mexiko, die nicht komplett geimpft sind, nicht möglich aktuell.

Deshalb lautet die Forderung an Frankreich, dass die Gira por la Vida mit all ihren Aktivitäten als gewichtiger Grund anerkannt wird und der gesamten Delegation eine explizite Zusage erteilt wird, dass sie in Frankreich einreisen können. Diese Forderung steht auch in dem Brief, der am vergangenen Dienstag im Innenministerium eingereicht wurde, und der von über 800 Organisationen, Künstler*innen, Intellektuellen, Parlamentarier*innen, etc. unterschrieben wurde: https://viajezapatista.eu/de/dringender-antrag-auf-das-einreiserecht-einer-delegation-von-indigenen-gemeinschaften-aus-mexiko-hauptsaechlich-zapatistas-in-das-franzoesische-hoheitsgebiet/

Dieser Forderung schließen wir uns an! Vernetzung Leipzig-Halle, Netz der Rebellion

leipzig@ya-basta-netz.org